26.07.1997 Wetter regnerisch mit unserem Peugot nach Leipzig 19.00 Uhr. Abflug nach Shannon wunderbarer Flug, über Irland wenige Wolken, von oben sieht das Land einem Quilt oder einer Tiffany - Lampe ähnlich Opel Astra ausgeliehen 17 km zum ersten Quartier nach Bunratty “Linksfahren” geübt kein Abendbrot, kein Guinness !
27.07. Wetter schön, erstes traditionelles “irisches Frühstück”. Quartier nochmals gebucht, Rundfahrt an der Küste entlang in Richtung Galway, dann die Burren gestreift und über Ennis zurück nach Bunratty Cliffs of Mohar, Mittagessen in einem Pub an der Küste, für Peter gab es Meeresfrüchte (mehr aus Versehen), Garnelen, Hummer, Miesmuscheln usw. lösten erstmal keine Begeisterungsstürme aus. Einkehr nachmittags an der karstigen Küste in die Wohnküche einer alten Frau, die uns und noch einige andere Urlauber aus England und Deutschland mit Sandwiches , Tee und Kaffee bewirtete (derKaffee sollte der beste des ganzen Urlaubs werden).Durch die schmalen Straßen (immer schön links) nach mehrmaligem Verfahren, da die Straßenbeschilderung gewöhnungsbedürftig ist, zurück in Richtung Ennis. In der Dämmerung erreichten wir das hübsche Städtchen.
28.07. Wetter schön. Zweites Frühstück schon ohne gebratene Würstchen bestellt. Besuch von Bunratty castle und dem angeschlossenen Forkpark. Das waren fast 3 Stunden interessante Eindrücke auf einer Reise durch die Geschichte des Landes. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg in Richtung Cork, damit wir um 19.00 Uhr pünktlich am vereinbarten Treffpunkt Flughafen in unseren “Transver- Bus” zum Ausgangspunkt für unsere einwöchige Fahrradtour umsteigen konnten. Unterwegs sahen wir uns noch die schönen strohgedeckten Häuschen in Adare an, ebenso wie die alte Siedlung der “Deutschen”. Bei "Hertz" gaben wir unser zum Glück unversehrtes Auto zurück, um uns im Flughafengebäude wilden Spekulationen hinzugeben, welcher der rothaarigen Iren “unser” Busfahrer ist. Mit einiger Verspätung ( weil das Flugzeug, was die Schweizer Familie brachte, die ebendiese Radtour gebucht hatte, später landete) nahm uns ein freundlicher Hüne von Kleinbusunternehmer in Empfang und lieferte uns nach zweistündiger rasanter Fahrt in dem kleinen Hafenstädtchen Schull bei Mrs. Donovan, unserer Unterkunft, dem alten Bankhaus, ab. Ein Stadtbummel mit Abendbrot (Cod and chips- erstklassig) und Guinness beendete den ersten Tour-Tag.
29.07. Wetter zuerst nieselig ( laut Mrs.Donovan: liquit sunshine-flüssiger Sonnenschein) Erster Anlauf, bei Mr. Richard unsere Fahrräder abzuholen schlug fehl, da er noch nicht in seiner Werkstatt bei Spaziergang zum Hafen bis auf die Haut naß geworden, da der Nieselregen sich sekundenschnell in Wolkenbruch verwandelte. Nach “Wäschewechsel” erneuter Anlauf und diesmal kamen wir mit unseren Rädern zurück,aber das Wetter spielte noch nicht mit Schweren Herzens entschlossen wir uns, das Ziel der ersten Tour mit dem für solche Wetterlagen empfohlenen Kleinbus anzusteuern. Natürlich besserte sich das Wetter fast unmittelbar nach dem Besteigen des Busses! Besuch von Mizen Head, Crockhaven abends dann kleine Radtour zum Angewöhnen in der Nähe von Schull.
30.07. Wetter bedeckt planmäßiger Start , Rast an einem alten Castle, Begegnung mit 4 großen “irischen” (d.h. freundlichen) Hunden, später Begegnung mit einem Hütehund, der uns als "seine Herde" betrachtete und uns auf unseren Rädern ganz schön antrieb! Besuch in Skibberen, um 21.00 Uhr Ankunft im noblen Rathmore-House, kein Abendbrot, Budweiser - igitigit
1.07. Wetter gut 1. Schiff nach Clear Island verpaßt, Fahrradschloß vergessen, in gemütlicher Bucht auf Abfahrt für nächstes Schiff gewartet, Fahrt sitzend auf Guinness- Fässern bei ganz schönem Wellengang ohne nasse Füße zu bekommen, nur die Räder schmeckten total salzig hinterher, auf der sehr schönen Insel rumgeradelt, Susi und Ralf nahmen erstes Bad im “Atlantik”, abends mit Fähre zurück, im Hafen in einem lustigen französischen Familienrestaurant super Pizza und Wildlachsgericht gegessen, Kinder nach Hause geradelt, die "Großen" hatten noch nicht genug Sehr schöne Abendtour in die Berge hinter unserer Unterkunft. noch eine Büchse (die letzte) Budweiser
01. 08. Wetter schön, bergige Tour, romantische Landschaft, sehr schöne Vesper am Wasser auf einer Terasse Übernachtung im Marine- Hotel in Glandore
02.08. Wetter schön, unterwegs im Atlantik gebadet! Zielort Courtmacsherry schwierig zu durchqueren, da der Ort voller begeisterter Ruder- Ralley- Zuschauer Als wir glücklich die in der Radtourenbeschreibung bezeichnete Unterkunft gefunden haben, ein bestürztes Gesicht beim Wirt, denn er ist ausgebucht. Zum Glück merkten wir, daß in den Reiseunterlagen im “Panama-Hotel” in Timoleague für uns gebucht wurde, das es aber laut dem ortskundigen Wirt dort gar nicht gibt, höchstens ein “Panorama- Hotel”. Also fuhren wir durch die Menschenmassen zurück zu unserer wirklich sehr schön gelegenen Unterkunft. Außergewöhnlich war vor allem das Bad, das vom Schlafgemach nur durch eine “Saloon- Schwingtür” getrennt war. Abend im Pub verbracht bei gutem Essen und Guinness.
03.08. totaler Regentag vormittags im Pub, Irish- Football gemeinsam mit Einheimischen im Fernsehen geguckt Abendessen total gemütlich im Nachbar- Pub (Pizza). Irish-Football ist für unsere Begriffe "ein echt lustiges" Spiel. Wir durchschauten zwar die Regeln nicht richtig, aber der Ball darf auch einige Zeit in der Hand gehalten werden.
04.08. Wetter ein wenig besser, es nieselt, der Transfer- Bus bringt uns und die Schweizer nach Cork zum Flughafen, wo wir uns unseren zweiten Leihwagen, einen Mitsubishi Lancia, abholen. Abends gabs nur Fast- Food und Guinness aus der Flasche im Zimmer. Wir flüchten vor dem schlechten Wetter auf Empfehlung unserer Wirtsleute in den Norden und fahren in einem Ritt bis nach Boyle, wo wir bei einer alten Dame in einem etwas angestaubten Haus Übernachtung fanden.
05.08. Wetter schön. Wir fahren weiter nach Norden, durch Sligo, Donegal durch eine herrliche Berglandschaft , manchmal richtig gigantische Täler. Übernachtung in Rosehill, ein klitzekleiner Hafenort mit einem sehr gemütlichen Restaurant, Spezialität Seefisch. Ralf sorgt für "Begeisterung" und schüttet dort beim Gestikulieren dem Herrn am Nachbartisch seine Cola über die Hose. Nachts noch ein Spaziergang zum Hafen, den die Dorfjugend anscheinend als Motorrennstrecke nutzt. Müde ins Bett gefallen.
06.08. Wetter schön. Weiterfahrt Richtung Nord-West Besuch von Down Patricks Head, einer frei im Atlantik stehenden Felsenklippe. Die Küste ist sehr beeindruckend, wenn man sich an die Rasenkante legt, blickt man etwa 100 m tief in den Abgrund , wo die Gischt der Wellen auch den noch festen Teil der Klippen beständig unterhölt, bis wieder ein Teil abbricht. Zum Glück nicht als wir darauf standen. Das Standbild des Heiligen Patrick konnten wir leider nicht aus der Nähe betrachten da ein gerissenes blutiges Schaf schon etliche Tage daneben lag, so daß wir einen großen Bogen darum machten. Die Küste ist sehr dünn besiedelt, deshalb fällt es heute schwer, ein Quartier zu finden. Nur wenig vor Sonnenuntergang beziehen wir eine etwas schmuddelige Unterkunft, dafür mit einmaligem Blick auf das Meer mit dem Down Patricks Head. Nachdem wir in dem einzigen in der Nähe gelegenen Restaurant wegen geschlossener Gesellschaft abgewiesen werden, müssen wir mit dem Auto einige Kilometer zurück wo es jedoch auch keine offene Kneipe gibt. Also in den nächsten Laden und selbst versorgen. So verzehrten wir unser Abendbrot an einer schönen Stelle am Meer im Abendrot. Geschlafen haben wir gut, im Bett war sogar eine Heizdecke, die wir aber nicht brauchten.
07.08. Wetter schön an der Küste entlang in Richtung Westen, ein sehr dünn besiedeltes Gebiet, verlassene verfallene Dörfer und Gehöfte, viele Torf- Felder Wir besuchen die Cieldefields, eine Ausgrabungsstätte, an der die Entwicklung der Besiedlung 5000 Jahre zurückverfolgt werden kann. Ausgangspunkt bildet eine architektonisch eindrucksvolle Glaspyramide, das Museum. In 5 m Tiefe wurden in den 80-iger Jahren genausolche Steinmauern zur Feldabgrenzung gefunden, wie sie heute noch überall in irland üblich sind, nur, daß es damals noch intakte Wälder gab, wo heute nur noch Feuchtwiesen mit Torf zu finden sind. Weiter gehts nach Achill Island, wo Heinrich Böll sein “Irisches Tagebuch” schrieb. Je weiter wir Richtung Süden fahren, desto tiefer hängen die Wolken. Auf der landschaftlich sehr schönen, aber von Touristen überlaufenen Insel suchen wir uns einen nicht so vollen Strand und genießen das Bad in den Wellen des Atlantik sogar bei Sonnenschein. Nur Ralf hat ein wenig Pech, denn der einzige Seeigel des Strandes wartete auf seinen Fuß. Danach Sandwiches in einem Hotel, das auch schon mal bessere Zeiten gesehen hatte. Die Fahrt führt weiter nach Süden über Westport entlang der Clew Bay, nach Westen vorbei am Skt. Patrick, dem heiligen Berg, nach Louisburgh, wieder nach Süden nach Leenane. Langsam müssen wir uns nach einer Bleibe umsehen. Beim Bestaunen der Naturschönheiten, mit Fahrtunterbrechungen durch Schafherden, Planwagen , herrliche Seen, Schlösser, Wasserfälle mit “springenden” wilden Lachsen haben wir das abendliche Ritual fast vergessen. So kommt es, daß wir doch etwas entnervt erst beim dritten Anlauf ein Nachtquartier finden, dafür um so schöner gelegen, am Anfang des Connemara- Nationalparks, dem 12- Berge- Land. Wir bekommen in einem nahe gelegenen vornehmen Hotel sogar noch ein ausgezeichnetes Abendbrot, auf das wir allerdings recht lange warten müssen, weil es in solchen Restaurants zum guten Ton gehört, die ausgesuchte Dienstbeflissenheit des Kellners zu genießen. Das gute Essen und der Wein, bzw. das Guinness versöhnten uns wieder. Wir freuen uns auf morgen und die Fahrt durch die herrliche Berglandschaft, von der wir in der Dämmerung eine Ahnung bekommen.
08.08. nebliges Wetter Von den Bergen ist fast nichts zu sehen, wir sind ein wenig traurig, denn das sollte heute der krönende Abschluß werden. Zwischendurch kommt zum Glück immer mal ein Sonnenloch, und sofort sieht alles ganz verzaubert aus, die Berge liegen für kurze Zeit frei und atemberaubende Talblicke eröffnen sich. Wie herrlich muß das erst bei klarem Wetter aussehen? Vielleicht gibt es ein nächstes Mal? Zitat Ralf: ”irland sieht bewölkt viel schöner aus.” Zitat ende!!! An einem See deutsche Angler beobachtet. Übernachtung nach dem zweiten Anlauf in Oughterard bei einem ausgesprochen freundlichen alten Ehepaar gefunden. Stadtbummel mit Pizza zum Abendbrot, weil die Restaurants voll sind und in den meisten bereits Küchenschluß, denn es ist schon wieder später als 20.30 h. In einem rustikalen Pub an der Bar fanden wir dann noch ein Plätzchen und Peter konnte seine Zahnschmerzen mit Whisky abtöten, während die Kinder den Musikern lauschten, die aber leider nicht nur irische Trinklieder, sondern auch gängige “Schlager” für die Touries boten. Unsere Begeisterung hielt sich deshalb in Grenzen.
09.08. Wetter nieslig Frühstück wunderbar, zum Abschied drückt uns die Wirtin noch mal ans Herz, es ist unser letzter Tag. Unausweichlich nähern wir uns dem Flughafen, doch noch machen wir Halt in Galway und einen Stadtbummel. Die Häuser sind wie in allen Städten fantasievoll bunt, wie es wahrscheinlich nur zu Irland paßt. Ein Kleinod haben wir doch noch für den letzten Tag: die Burren, die wir am ersten Tag nur streiften. Die Landschaft unterscheidet sich doch um einiges von dem Küstenstreifen, den wir schon gesehen haben. Von weitem sehen die Berge aus, als wären sie mit Heidekrautflächen übersäht, doch wenn man näher kommt, dann sind es Felsplatten, zwischen denen Moose und bunte Gräser wachsen. Wir besichtigen einen der bekanntesten sagenumwobenen Dolmen. Sie ist schon sehr beeindruckend, diese Steinwüste, der man den regen Touri- Besuch aufgrund der vielen hundert Miniatur- Dolmen- Nachbauten ansieht. Aber in diesem Falle verzeiht man das, denn es ist einfach amüsant, was für Einfälle die Leute so haben. Außerdem befindet sich das “Versuchsfeld” in respektvoller Entfernung zum Original. Wir müssen aber weiter nach Shannon. Das wird durch einen ein Verkehrschaos verursachenden Reisebus fast verhindert Wir kommen gerade noch durch. Glück gehabt! Wir halten noch einmal in Ennis, bummeln nun bei Sonnenschein durch die Straßen, essen nochmal ordentlich Sandwiches mit Käse, Salat, Huhn und Pilzen. Zum letzten Mal biegen wir in die vielen Kreisverkehre "falschrum" ein, jetzt, wo man die Tücken des Verkehrs fast perfekt beherrscht. Gegen die Tücken des Mitsubishi (Blinker und Scheibenwischer auch auf entgegengestezter Seite) war dagegen nicht anzukommen. Wir gaben das Auto also unversehrt am Flughafen wieder ab, checkten uns zum Flug ein, verbrauchten noch das Bargeld im Duty Free Shop für Whisky, CD`s und Porzellan. Wir verließen Irland mit Verspätung , über den Wolken schien noch die Sonne und Löcher in den Wolken ließen letzte Blicke auf die “Patchwork”- Insel zu. Schnell wird es dunkel, zu sehen sind nun bei klarer Sicht die ineinander über- gehenden Lichtermeere von Liverpool und Manchester. Anscheinend brauchen die Engländer nicht mit Energie zu sparen. Auf der Nordsee sind Bohrinseln zu sehen und dann kommt die sparsamen Länder auf dem Festland in schneller Reihenfolge. Um 0.00 Uhr hat uns Leipzig wieder. Es sind um die 25° C und als erstes begrüßen uns Schwärme von stechwütigen Mücken (die hatten wir schon ganz vergessen). Nachdem wir unser Auto wiedergefunden hatten, gings zügig über die Autobahn, natürlich rechts.